![]() ![]() |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
![]() ![]()
|
"Chemie ist Leben, Chemie ist überall drin." Selbst sachliche Professoren und Industriemanager geraten ins Schwärmen, wenn sie nach dem Wesen der Chemie gefragt werden. Und passt es nicht zum "Jahrmarkt der Chemie", wenn von den Veranstaltern, den Universitäten Stuttgart und Hohenheim sowie dem Institut Dr. Flad, auf dem Schlossplatz zuvörderst das Kreative, Künstlerische und Spannende, das in diesem Zweig der Naturwissenschaft steckt, präsentiert wird? Nützliches schaffen Das alles gehört zur Chemie, und so braucht man es nicht als übertrieben ansehen, wenn Professor Fred Robert Heiker, Präsident der Gesellschaft deutscher Chemiker (GDCh) und Leiter der Konzernplanung bei Bayer in Leverkusen, chemische Prozesse und Produkte in allen Lebensräumen sieht. Und Klaus Hütig, Geschäftsführer der Chemie-Verbände in Baden-Württemberg, als Jurist der einzige Nichtchemiker bei dieser kleinen Befragung, bezeichnet die Chemie als "einzige, klassische Naturwissenschaft, die einen eigenen Industriezweig mit erheblicher Wertschöpfung hervorgebracht hat". Sie stelle vielfältige Produkte her, von Arzneimitteln über Kunststoffe und Kosmetika bis hin zur bunten Welt der Lacke und Farben. Bunt sind auch Zeitungen und Verpackungen, vor allem aber Smarties. Letzteres verdanken wir den Gaukeleien der Lebensmittelchemiker, die auf dem Jahrmarkt vorgestellt werden. Dort können die Besucher auch selbst Hand anlegen. Unter dem Motto: "Chemie zum Kennen lernen und Selbermachen" können unter Anleitung Experimente durchgeführt werden. Dabei wird sich zeigen, dass Wasser nicht nur Lebensmittel Nummer eins ist, sondern auch ein wichtiges Lösungsmittel. Fast alle Lebensfunktionen, etwa die Reaktionen in den Zellen, laufen in wässriger Lösung ab. Wasser ist umweltfreundlicher als organische Lösungsmittel, und so suchen Chemiker diese in Verfahren und Produkten nach Möglichkeit durch Wasser zu ersetzen. So werden Lacke und Farben immer mehr auf Wasserbasis hergestellt. Das ist nur ein Beispiel für den Willen der Chemie, "grün" zu werden. Lange Zeit wurden Produkte aus der Retorte wie Dünge-, Kälte- und Schmiermittel, Kunststoffe und Medikamente zwar allerorten gerne verwendet - die Umweltbelastungen bei Produktion, Gebrauch oder Entsorgung jedoch der chemischen Industrie angelastet. Neue Umweltgesetze wurden erlassen, es gelangten weniger Schadstoffe in Luft, Boden und Wasser. Mittlerweile ist die Chemie einen Schritt weitergegangen. "Heute ist die nachhaltige Sichtweise der Maßstab", sagt Heiker. Der gesamte Zyklus eines Produkts steht auf dem Prüfstand. Wie viel Energie, Wasser und Rohstoffe werden verbraucht? Wie schädlich sind Ausgangs-, Zwischen- und Endprodukte sowie Lösungsmittel und Katalysatoren? Wie sieht es mit Entsorgung und Recycling aus? Gute Berufsaussichten Chemie zu studieren ist eine gute Entscheidung, da sind sich die Experten einig. "Gute Berufsaussichten und interessante, abwechslungsreiche Aufgaben in Forschung und Entwicklung, Industrie und Hochschule", so lautet Menzels Diagnose. Die chemische Industrie kann den Bedarf kaum decken, sagt Christoffers. "Respektables Einkommen und exzellente Karrieremöglichkeiten" sieht Bayer-Manager Heiker. Und in Baden-Württemberg sind Chemiker gut aufgehoben, denn hier gibt es 450 Unternehmen mit fast 100 000 Beschäftigten, so Verbandsexperte Hütig. Im Vergleich der Bundesländer liegt der Südweststaat damit auf dem dritten Platz. So sehr die Vernunft für die Chemie spricht, der Entschluss für ein bestimmtes Studium sollte natürlich nicht allein über den Verstand laufen. Es müssen auch Emotionen und Begeisterung dabei sein. Eine zentrale Rolle spielt zweifellos der Chemieunterricht. Anstöße kann auch das aktuelle "Jahr der Chemie" mit seinem bunten Reigen von Veranstaltungen, Vorträgen und Ausstellungen geben. Den Höhepunkt in Stuttgart bildet am Samstag der "Jahrmarkt der Chemie". (Paul Janositz) |
||||||
HOME
Das Jahr des Chemie
Veranstaltungen
Jahrmarkt der Chemie
Schülerwettbewerb
|
|||||||